Feature 7 – Lernkampagnen

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Feature 7 – Lernkampagnen

 

In diesem Feature 7 widmen wir uns dem Thema E-Learning Kampagnen.
In 7 Best-Practice-Tips möchten wir veranschaulichen, wie vielfältig eine Kampagne aussehen kann und welche Aspekte beitragen können, ein Thema umfassend und nachhaltig zu vermitteln.

 

#1 Lernformate und Trends

Warum besteht eine E-Learning Kampagne aus so unterschiedlichen Lernformaten?
Abwechslung steht im Vordergrund. Das lässt sich am leichtesten durch einen Mix aus unterschiedlichen Lernformaten erreichen. Reale Videos und gezeichnete Erklärvideos wechseln einander ab, in PreContent-Fragen erarbeiten sich die Teilnehmenden den Inhalt selbst und Learnbots gestalten das Lernerlebnis intensiver. Auch können Virtual/Augmented/Alternate Reality Formate zum Einsatz kommen, die physische Aktivität einbeziehen.

Gründe für diesen Mix sind die Vielfalt der didaktischen Methoden, das aktuelle Mediennutzungsverhalten und die Umsetzung der Inhalte in Formate, die eine kurze Aufmerksamkeitsspanne erlauben. Nicht zuletzt geben zahlreiche Lerntrends, die sich aus der digitalen Transformation ergeben, eine zeitgemäße Richtung vor. Aus E-Learning Sicht handelt es sich um einen holistischen Ansatz, Themen auf unterschiedlichen Kanälen zu vermitteln.

Wichtige Botschaften werden über diverse Medien transportiert und können so dazu beitragen, dass die Botschaften auch tatsächlich ankommen. Bei homogenen Zielgruppen können die Maßnahmen präziser definiert werden, während bei heterogenen Zielgruppen die Auswahl gerne breit gefächert ist. D. h. aus welchen Formaten die Kampagne besteht und welche Struktur sie hat, hängt vor allem von der Zielgruppe ab.

Solange alles im CD ist – ist alles gut. Auch wenn die Bausteine der Kampagne unterschiedliche Formate haben, kann ein einheitlicher grafischer Stil erreicht werden, sofern das Corporate Design des Unternehmens berücksichtigt wird.

Damit die Inhalte nicht an unterschiedlichen Orten der Lernplattform aufgefunden werden müssen, schaffen Tools den Rahmen für eine “Rich Media Scrolling Experience“. Eine Form der digitalen Wissensvermittlung, die sich am aktuellen Nutzungsverhalten orientiert, geprägt durch Social Media Plattformen und state-of-the-art E-Learning Technologien. Die einzelnen Formate werden in eine oder mehrere Learning Journeys zusammengefasst um die Teilnehmenden strukturiert durch den Inhalt zu führen.

 

#2 Planung

Was muss ich bei der Planung einer Lernkampagne berücksichtigen?

Best-Practice Projekte zeigen, dass die Einbindung von Fachexpert*innen und Führungskräften wesentlich zum Erfolg einer Kampagne beitragen kann. Mit einer sehr praxisnahen Sicht können sie konkret auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen und wenn sie zur Inhalts-Erstellung des Lernmoduls beitragen, werden sie eher bereit sein, ihre Mitarbeitenden zu unterstützen und zu bestärken, die Trainings zu absolvieren. Zudem kann angedacht werden, dass Fachexpert*innen anderer Länder oder Standorte jeweils eine Maßnahme als „Host“ inhaltlich begleiten. Dies kann in Form von Expert*innentipps und idealerweise auch als Video erfolgen.

 

#3 Partizipative Maßnahmen

Welche Maßnahmen gibt es, um Teilnehmende miteinzubeziehen?

Werden Teilnehmende aktiv miteinbezogen, kann dies zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema beitragen. Dies kann auf mehreren Kanälen und in unterschiedlicher Intensität geschehen. Use Cases, auf die das Unternehmen den Fokus richtet, können so nachhaltig trainiert werden.

Call to Actions können eine Gruppenaktivität beinhalten oder, sie fordern die Teilnehmenden auf, in Zukunft auf etwas besonders zu achten. Eine freiwillige Challenge könnte sein, dass die Teilnehmenden in Kleingruppen How-To Videos zu einem bestimmten Thema erstellen. Z. B. „Wie löte ich einen Mikrochip auf eine Platine“. Als persönlichen Benefit erhält das beste Video einen Preis, aus allen anderen Videos wird ein Zusammenschnitt erstellt, wobei jede teilnehmende Gruppe im Video in einem Arbeitsschritt vorkommt – Stichwort User generated Content.

Die Teilnehmenden haben einen Workflow genauestens erlernt, sie sprechen darüber und haben die Aussicht auf einen Preis. Eine derartige Challenge kann besonders zu Beginn den Zulauf und die Akzeptanz der Kampagne erhöhen.

 

#4 Nudging

Wie kann ich Teilnehmende bei ihrem persönlichen Lernprozess unterstützen?

Nudges sind kleine Anregungen, die Menschen dazu bewegen, eine positive Entscheidung zu treffen. Im E-Learning kann Nudging eingesetzt werden, um Impulse zu geben, die Spur zur richtigen Lösung zu finden oder sich mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen.

Bei Learnbots und Branching Szenarien können Nudges sequenziell erscheinen und die Teilnehmenden in die richtige Richtung „stupsen“, damit der Entscheidungsprozess korrekt durchlaufen wird.

Ebenso profitieren Gamification-Szenarien von Nudges. Sollte die Motivation gering sein oder sinken, weil Highscores und Challenges unerreichbar scheinen oder das Game-Konzept nicht auf einen Blick erfassbar ist, so können Push-Benachrichtigungen die Teilnehmenden zum Weitermachen anregen.

 

#5 Persönliche Benefits

Warum bezieht sich der persönliche Mehrwert nicht nur auf Themen der Arbeitswelt?

Informationen, die rein für die Arbeitswelt wichtig sind, helfen den Teilnehmenden, in der Berufswelt besser voran- oder zurechtzukommen. Eine Kampagne kann wesentlich attraktiver erscheinen, wenn persönliche Benefits eingebaut werden, z. B. durch die Teilnahme bei einem Gewinnspiel, wobei der Preis kein Standard-Werbegeschenk ist und auch nicht etwas, das ausschließlich fürs Arbeitsleben benötigt wird. Es kann ein Goodie Bag, ein Reisegutschein, eine VR-Brille etc. sein.

Persönliche Benefits können ebenso Informationen sein, die für das Allgemeinwissen relevant sind, oder die einfach Entertainment-Faktor haben. Fact/Fake Interaktionen wecken Interesse und reale Praxis-Fälle – attraktiv verpackt in einem “Top 10”- Quiz – sind grundsätzlich interessanter als fiktive Situationen, besonders wenn die realen Fälle mediale Aufmerksamkeit erlangt haben. Hierzu eignet sich fast jedes Thema, z. B. Korruption, Cyberattacken, statische Bausünden oder buchhalterische Kreativität.

Dieser Ansatz zielt also darauf ab, dass die Teilnehmenden etwas lernen, das ihnen persönlich und auch beruflich zugutekommt. Obendrein besteht die Aussicht auf einen Gewinn oder eine kleine Aufmerksamkeit.

 

#6 Feedback

Warum soll das Feedback der Teilnehmenden während und nicht erst nach der Kampagne eingeholt werden?

Wenn Fachexpert*innen ihren Mitarbeitenden etwas face-to-face erklären, ist es normal, dass sie dazwischen nachfragen, ob alles klar ist, und ob noch weitere Infos benötigt werden. Die Mitarbeitenden fühlen sich miteinbezogen, verstanden und die Situation wird persönlicher.

Organisator*innen einer E-Learning Kampagne ist es im Normalfall nicht möglich jede Person zu fragen. Jedoch gibt es Möglichkeiten, die Teilnehmenden miteinzubeziehen.

Führungskräfte vor Ort können fragen, wie es den Teilnehmenden mit dem Thema geht. Es können auch Feedbackbögen ausgesendet werden, um zu fragen, welches Thema besonders Interesse geweckt hat oder ob noch zusätzliche Erklärungen benötigt werden. So kann z. B. via TalentCards schnell darauf reagiert und ein neues Karten-Set oder Quiz innerhalb weniger Tage ausgerollt werden.

 

#7 Outcome

Wie kann der Erfolg der Kampagne gemessen werden, wie endet eine Kampagne und ist das Ende wirklich das Ende?

Die Mitarbeitenden sind sensibilisiert, die Botschaften angekommen und die Fehlerquote ist signifikant gesunken. So könnte das finale, kurze Outcome einer erfolgreichen Lernkampagne sein. Will man ein messbares Ergebnis, muss die Situation vor Go-live und nach der Kampagne genau bewertet werden. Z. B. wie hoch ist die Fehlerquote, wie viele Mitarbeitende klicken auf Phishing Links oder welche Stehzeiten gibt es, weil ein Workflow oder Prozess nicht eingehalten wird. Wenn Daten nicht ohnehin automatisch erhoben werden, müssen diese vor Kampagnenstart geprüft und zeitnahe nach Kampagnenende erneut ausgewertet werden. Diese Aspekte werden im Normalfall beim Kick-off besprochen.

Eine E-Learning Kampagne läuft im Normalfall bis zu einem gewissen Enddatum. Anschließend können wichtige Inhalte via TalentCards wiederholt und in Einzel- oder Gruppentrainings vertieft werden.

Der Großteil der produzierten Inhalte kann auch nach Kampagnenende eingesetzt werden. Manchmal sind Anpassungen notwendig, z. B. wird bei einem Quiz das Gewinnspiel entfernt oder Gruppen-Challenges werden so angepasst, dass sie im laufenden Betrieb ebenso funktionieren. Bei manchen Kampagnen bietet es sich an, sie jährlich genauso durchzuführen, wie sie konzipiert wurden. Die ist z. B. bei Sensibilisierungskampagnen für neue Mitarbeitende der Fall.

 

Unsere Autorin: Brigitte Leili, MA – Art Director und Learning Designerin bei CLICK&LEARN

Brigitte Leili

 

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Seit vielen Jahren realisiert CLICK&LEARN Lernkampagnen. Profitieren Sie aus unserer Erfahrung im Bereich der digitalen Medien und Print. Ob interaktive Videos, Webbased Trainings, Microlearnings oder Podcasts – Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Kampagne aus verschiedenen Bausteinen kreieren

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Lernkampagne, ist das Raubpräventionsprogramm für unseren Kunden Shell. Dieses Projekt wurde mit dem eLearning Award 2022 ausgezeichnet.